Beispiel Lyrik

Folgende Gedichtebücher von Hamitu sind bisher erschienen:

 

1997 Wenn das Herz übergeht  ISBN 3-85366-860-7  Johannes Heyn  11,50 
2000 Jedn Kindle sei Sterndle  ISBN 3-85366-961-1  Johannes Heyn 11,50 
2001  Besser als ein Stein  ISBN 3-85366-0182-4  Johannes Heyn  16,00 
2004 Liacht is wurdn  ISBN 3-7084-0110-7  Johannes Heyn  34,00 
2006 Mir san mir  ISBN 3-7084-0205-7  Johannes Heyn  24,00 
2006 Wurmbluat  ISBN 3-7084-0183-2 Johannes Heyn  24,00 
2008 Zoti und Fodraja ISBN 978-3-7084-0290-1 Johannes Heyn  7,50 
2008  Viecharein  ISBN 978-3-7084-0289-5 Johannes Heyn 7,50
2010  Und wanns nit gsturbm sein ISBN 978-3-7084-0379-3  Johannes Heyn 18,00 
Sommer 2011  Monte Tschentsche  ISBN 978-3-7084-0416-5 Johannes Heyn 14,50
Frühling 2012  Nachtlichter  ISBN 978-3-902165-64-0 Praclet Multimedia   5,00
März 2013  Die Wahl 2013 ISBN 978-3-902165-67-1  Eigenverlag  8,00
Juni 2013 Mampf und Mumpf ISBN 978-3-902165-69-5 Eigenverlag vergriffen
Frühling 2015  Gedankensprünge    Eigenverlag  offen

 

  Zsåmmgfåsst

A påår von de Rezept, de åltn,
håm sih bis heite noh dahåltn.
Und månchmål derf a Koch mit Haubm                                    
sih ah a Nostalgie dalaubm.

Auf sein Menüplan, dånn gånz hintn,
werd ma vielleicht a Ritschat finden.
Ah Kirchtågsuppm is modern,
wal de håmb ah de Stådtleit gern.
An Reindling kånnst da no awårtn,
viel mehr is nit auf dera Kårtn.

Mei ålte Leibspeis, de Tschaschana,
kennt heite leida kaum mehr ana.
Von åndan Zeig, ih gibs gern zua,
håb ih jå selba lång schon gnua!

 

Neigier

A Regnwurm durt in da Erdn
håt kane grebaren Beschwerdn.
Er håt, dås derf ma nit vagessn
genua zan Kauen und zan Fressn!

So is a zfriedn, frisst und kaut,
håt se noh nia åns Liacht getraut.
Er waß lei ans, sei ålta Herr –
und der wår bei de Wiama wer –
håt amål gsågg: „Es kennt nit schådn,                                   
ih kriach hiaz in a Låckn bådn!“
Gesågg, getån, dås waß a noch,
und draußn wår a bei an Loch.

Hiaz is da klane Wurm schon groß
und denkt: Wås is då draußn bloß?
De Neigier frisst eahm Nåcht und Tåg,
er mecht an Åntwurt auf sei Fråg.

Nå, schliaßlih dånn, ban nextn Regn
kriacht a durchs Lechle, gånz vawegn.
Mein Gott, wår dås a helles Liacht!
Er mirkt fåst går nit, wia eahm gschiacht.

An Zupfa spiert a und an Zerra,
am liabstn måchat a an Plärra.
Doh unsa brava Regnwurm
is lautlos gfressn wurn und gsturm!

 

  Ins gelobte Lånd


„Abraham, påck zsåmm dei Krafl,
nimm Deine Lampalan und Schafl.
Sara, dei Ålte setz afs Pferd,
damit se nit glei granti werd.
Bereit di auf an långən Ritt
und a dein Neffn Lot nimm mit!

Vatrau auf mi und ziəg då furt.
I zag da an viel schenan Urt!“
So sågg da Herr zan Abraham:
"Ziəg furt! Du kriəgst a neix Daham!“

Da Abraham håt Gott vatraut
und seine Zeltlan åbgebaut.
Dånn is a in die Welt gezogn;
de Jahrlan seind lei so vaflogn.
Und endlich iba Stock und Stan
kummb ar ins Landle Kanaan.

„Dås soll hiaz dir ghern!“ sågg da Herr;                                     
„und Kinda kriəgst wia Sånd am Meer.“
De Sara wår zwår neama jung,
da Abraham a nit in Schwung
und dechta kriəgns åls Gotteslohn
in senan Ålta no an Sohn.

Wår dås a Freid und a Halloh.
In ålle Zelt drin feians froh.
Und solln de Åltn amål sterbm,
dånn werd dås Büəble ålles erbm!

 

 

Demagogie

Das, was ich sag` klingt überzeugend
und wer es hört, vertraut mir blind;
weil ich, trotz manchmal Wahrheit beugend,
den Eindruck des Gerechten schind`!

Das was ich sag` schein wohl begründet,
trotzt Hieb und Stich, hat Hand und Fuß
und falls sich doch ein Mangel findet,
es bleibt der Wahrheit letzter Schluß!

Kein Mensch wird sich belogen wähnen,
sind nur die Worte fest und klar.
Das, was die Menschen sich ersehnen
muß überzeugend sein, nicht wahr!

Liebesverlust

Ich habe die Liebe,
die mir fest versprochen
mit Zweifeln und Lügen
zerstört und zerbrochen;
zu Tode geliebt, erfroren, erstarrt,
in die klaffende Wunde meines Herzens gebahrt.                       
Oh, wär` mir vergönnt,
nur noch einmal im Leben
in der Ohnmacht des Denkens
in Liebe zu beben!


 

 

Wenn das Herz übergeht

Wenn das Herz übergeht,
Könnt` ich schreien und toben
Und in jubelnder Freude
Den Allmächtigen loben.

Wenn das Herz übergeht,
könnt`ich hadern und streiten,
mir in heller Begeisterung
Siege bereiten.

Wenn das Herz übergeht,
will ich stumm sein und schweigen,                                        
nur in Andacht und Demut
mein Haupt stille neigen.

Wenn das Herz übergeht,
könnt` ich scherzen und lachen
und verrückte Ideen
zur Wirklichkeit machen.

Wenn das Herz übergeht,
kann die Liebe erglüh`n.
Mag das Ich ruhig verwelken
und das Du voll erblüh`n!

 

Wurmbluat

Vorwort

Mögen Präzision der geschichtlichen Zusammenhänge oder die zeitlichen Koinzidenzen der handelnden Personen einer historischen Überprüfung in vielerlei Hinsicht auch nicht Stand halten, so ist das Lied der Nibelungen doch weit mehr als ein unvergleichliches, geschichtliches Zeugnis. Es ist ein, vor fast 1000 Jahren entstandenes Spiegelbild unserer mitteleuropäischen Seele. Und es besitzt auch heute noch, unter gänzlich veränderten Bedingungen, volle Gültigkeit.
Das Lied beschreibt Vorgänge und Haltungen von Personen zwischen Rhein und Donau in einer Zeit größter Veränderungen. Das Aufeinandertreffen abendländischen Rittertums mit nomadisch mongolischer Reiterkultur auf der einen und die Ablösung des alten germanischen Götterglaubens durch das Christentum auf der anderen Seite bestimmen den Inhalt dieses Epos. Obzwar hintergründige Triebfedern, stehen nict Liebe und Minne, sondern Begriffe wie Ehre und Treue im Mittelpunkt des gesamten Geschehens.
Um diesen Begriffen gerecht zu werden, sind Gemeinheiten, Grausamkeiten bis hin zur Selbstaufgabe und Massenvernichtung Mittel der Wahl.Das Lied zeigt auf, wie unter dem Deckmantel tugendhafterLeitgedanken jedwede mitmensclich soziale Moral verloren gehen kann. Ja, ich gebe zu, dass auch ich schlussendlich für den aus verpflichtender Treue zu Herrscher und Land mordenden, raubenden und schlachtenden Hagen von Tronje so etwas wie Mitgefühl empfunden habe.
Der werte Leser wird sich wohl fragen, warum ich das Nibelungenlied ins Kärntnerische übertragen habe. Kärnten, ein Land hoher mittelalterlichen Kultur wird in dem Lied ja nicht einmal am Rande erwähnt. Trotzdem bin ich überzeugt, dass wohl der oder andere Minnesänger am Hofe des Kärntner Herzogs oder vielleicht in Friesach, anlässlich eines der großen Ritterturniere, zumindest abschnittsweise von dem Geschehenen zwischen Rhein und Donau berichtet hat. Ich habe es jedenfalls als eine spannende Herausforderung angesehen, die ursprünglich 2400 Reime in mittelhochdeutscher Sprache in 1000 Verspaare unseres heimatlichen Dialektes zu fassen.

 

  

 

Mir san mir

Da Herrgott håt de gånze Welt
in ana Wochn fertig gstellt.
Lei auf an letztn Patzl Lettn
siagg ma eahm lång no umaknetn.

Wås soll ih mit den Restle tan?
frågg a an Engl, so an klan.
Des Patzl då in deina Hånd
reicht höchstns fiar a gånz klans Lånd!

De großn warnt jå eh schon då
und ah de Mentschn durt seind froh.
A Fleckle schåff, wias Paradies –
so eppa hålt, wias gwesn is!

Mit schene Täla, Bäch und Höhn,
mit Gletscha und mit wårme Seen,
mit Felda, Wiesn, Obst und Dinkl
und ane still vatrautn Winkl,
mit Wåssafäll und buntn Wåld –
und måchs so, dåss da selba gfållt.

Da Schepfa auf sein Bankale
streichlt dås klane Schlankale,
hauts Lettnpatzl auf de Erdn
und sågg: Dås då soll Karntn werdn!                                        

Wås soll ih noh lång umaredn?
Es is a wåhra Gårtn Edn
entståndn då in ålla Pråcht
und Gott håt selba zfriedn glåcht.

  

 

Von der Mammutjagd zum Breitensport

Der Mensch zog schon in frühen Tagen
in das Gebirge, um zu jagen.
Das Mammut und die Höhlenfüchse
erlegte er dort ohne Büchse.
Und auch die späteren Hellenen
hatten ein unstillbares Sehnen
nach dem Gebirge der Olymper
und das war`n Götter, keine Stümper!

So hat nach Generationen,
naturgerecht und ohne Klonen
sich eine Spezies isoliert,
die unter "Alpinist" firmiert;
und die, wie schon ein Dichter schrieb,                                      
als Gattung nah am Affen blieb.

Ob auf dem Jakobsweg mit Beten,
ob in der Eigerwand in Nöten,
ob mit dem Pickel und dem Seil,
auf flachem Wege, oder steil,
egal ob Messner oder Maier,
im Alpenland, im Himalya,
ganz gleich an welchem Erdenort,
es wurde wahrer Breitensport;
das Steigen auf die Bergeshöh`n,
nicht ungefährlich, aber schön! 

 

  Die Weisheit im Märchen kennt eine gerechte Ordnung.

Märchen sind die ältetste weltliche Dichtung. Es waren anfangs Interpretationen und Ausschmückungen der religiösen Schriften. Deshalb gibt es in den Märchen eine überzeitliche Dimension: das Prinzip des Guten, welches dem Leben dient, siegt über das Prinzip des Bösen, welches todbringend wirkt. Märchen erzählen in zeitloser Sprache von dieser höheren Wirklichkeit. Daher fühlen sich Erwachsene von ihnen genauso angesprochen wie Kinder.

Im neuen Buch verlebendigt Hans M. Tuschar mit seiner Fabulierkunst das soziologisch Ursprüngliche einer alten Erzählform und übersetzt zugleich Gedankeninhalte, welche den Weisheitslehren aller Völker und Kulturen zueigen sind, in ernst-heitere Lyrik.

Der Autor bewirkt mit der Übertragung ausgewählter Grimm’scher Märchen in den Kärntner Dialekt und durch seine Interpretationsgabe eine Rückbindung in das oben erwähnte Ursprüngliche. Denn anfangs waren die Volksmärchen eine Erzählform von Erwachsenen für Erwachsene, welche ihren festen Platz im ländlichen Alltag hatten, saß man doch abends nach getaner Arbeit gerne zusammen und erzählte spannende Geschichten, in denen die Helden einfache Leute waren, die durch ihren Mut und Fleiß, ihre Schlauheit und Liebe sich von der Unterdrückung durch die Obrigkeit emanziperte.

Jene alten, mündlich überlieferten Volksmärchen dienten den Gebrüdern Grimm als Vorlage für die Herausgabe ihrer Kindermärchen. Von nun an sollten die alten Geschichten - umfunktioniert zu einem Erziehungsmittel in den Kinderzimmern des deutschen Großbürgertums im 19. Jahrhundert –
einen anderen Zweck erfüllen.

Märchen spiegeln jedoch in einer zeitlosen Bildersprache Autoritäts-, Partnerschafts- und Sexualprobleme wider. Sie sind voll psychologischer Weisheit.

Hans M. Tuschar lässt in seiner Bearbeitung der Poesie allen Raum, ohne dies auf Kosten des Inhaltes zu wagen. Die Themen der Grimm’schen Märchen sind sprachlich pointiert und höchst melodisch neu arrangiert. Dass Märchen nie veraltert sein können, beweist mit geistreichem schöpferischen Genie Hans M. Tuschar mit seinem neuen Buch einmal mehr.

Dr. Renate M. Obud 
 

 

 

Einleitung

Neben Gstanzln oder Schadahüpfln und Marterlsprüchen nehmen Gipfelbucheintragungen eine ganz besondere Stellung ein. Von lapidaren, einfachen, witzigen, brutalen und frivolen Versen bis hin zu sentimentalen, lehrreichen, ja, bis zu tiefsinnigen und Humor widerspiegelnden Gedichten reicht die Palette dieser, zum Ausdruck der Volkskultur zählenden Literatur. Sie alle sind den überquellenden Gefühlen von Menschen entsprungen, für die Natur, Berge und Bergkameradschaft etwas Großartiges und Besonders sind und gleichzeitig Sehnsucht, Freude, Herausforderung und Glück, aber auch Angst und Todesnähe bedeuten.

Ich habe während meines Jahrzehnte langen bisherigen Bergsteigerlebens die mannigfaltigsten Ergüsse in Gipfelbüchern gelesen, viele selbst erdichtet und eine Reihe von Prosaeintragungen in gereimte Verse übertragen. Einige habe ich, so gut es ging, auf Dialekt oder Hochsprache bereinigt, manchmal die nicht enden wollende Schreibeslust abgekürzt oder etwas Fehlendes, Ergänzendes hinzu gefügt.
Die 80 hier aufgeschriebenen Gipfelbuchverse habe ich schließlich mit wachsendem Enthusiasmus mit passenden Zeichnungen vervollständigt.

 

 

 

 

 

Von Wünschen und der Zeit

In der Jugend Sturm und Drängen
und mit Wünschen vollgestopft,
dachte ich in meinen Zwängen:
Wie langsam doch die Zeit vertropft!

Mit dem Alltag und dem Leben
reifte ich vernunftbereit,
zügelte der Wünsche Streben
nach dem Motto: Nimm dir Zeit!

Heute sind die meisten Ziele,
die ich mir dereinst gesetzt
längst erreicht – doch im Gewühle
ist die Zeit vorbei gehetzt.

Nur ein Ziel noch – das Finale!
Und die Zeit rast – hält nicht an –,
reißt mich mit in die Spirale,
bis ich müde nicht mehr kann!

 

 

 

Die Nationalratswahl 2013

mit Humor betrachtet

Einleitung


Ein Urnengang steht vor der Tür,
ein Wahljahr geht zu Ende
und viele Wähler hoffen fest
auf eine große Wende.
Doch aus Erfahrung weiß man schon,
das ist nur reine Illusion!

Denn in der Wahlkampagne Pracht
und unter Lügen gut verborgen,
ruht der Intrige dunkle Macht
still lauernd auf das Morgen.

Zwar werden Karten neu gemischt,
doch alte Namen bleiben
und man wird wieder, neu gewählt,
die alten Spiele treiben:

Der Kasperl haut das Krokodil,
in diesem Fall uns Wähler.
Doch jetzt deswegen, nicht zu wählen,
wäre der allergrößte Fehler! 
 

 

Ich liebe mich


War Vieles, was ich tat und sagte
und manchmal anzudenken wagte
auch schlecht und ohne jeden Sinn:
Ich liebe mich, so wie ich bin!

War es im Rausch meiner Talente,
dass ich mich als was Großes wähnte,
ließen den Wahnsinn meine Schwächen
ganz schnell in sich zusammenbrechen.
Trotzdem, ich komme nicht umhin:
Ich liebe mich, so wie ich bin!

Die große Gnade mich zu lieben,
ist mir bis heute treu geblieben.
Sie stärkt, aber erinnert mich:
Liebe den Nächsten, so wie Dich!

Nur den, der sich liebt und den Nächsten
verbindet Liebe mit dem Höchsten!
Um diese Liebe ringe ich!
Oh, Herr und Gott, erhöre mich!
Ich will dich lieben ohne Ende;
reich mir barmherzig Deine Hände!

Du, Schöpfer, bist das A und O!
Dein Lieben macht mich stark und froh.
In dessen Ende und Beginn
kann ich mich lieben, wie ich bin! 
 

 

  

 

  

 

  

 

  

 

  

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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